Ein flämischer Marktplatz, Klippen der Opalküste, gotische Kathedralen und das Gedenken an den Großen Krieg: Die Hauts-de-France überraschen. Hier der Guide zum Besuchen.
Am Tor zu Belgien und England vereinen die Hauts-de-France Flandern, die Picardie und Küste in einer warmen, wenig bekannten Region. Ein lebhafter Marktplatz, windgepeitschte Klippen, gotische Kathedralen und Orte des Gedenkens ergeben eine reiche, anrührende Reise. Um die Hauts-de-France zu besuchen, fasst dieser Guide das Wesentliche zusammen, von Lille bis zur Somme-Bucht.
Warum die Hauts-de-France besuchen?
Oft unterschätzt, erweist sich die Region als großzügig: ein herzlicher Empfang — der „Ch’ti“-Geist —, dichtes Erbe, eine wilde Küste und eine wohltuende Küche. Eine Stunde von Paris per Zug, bietet sie Städtewochenenden, Naturausflüge und ein Eintauchen in die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist ein Land der Geselligkeit, des Biers, der Märkte und der Karnevalsriesen.
Lille, Hauptstadt Flanderns
Die Regionalhauptstadt Lille besticht mit ihrem von flämischen Fassaden gesäumten Grand-Place und der Vieille Bourse, einem Juwel des 17. Jahrhunderts. Das alte Lille reiht seine Backstein- und Steinhäuser, Läden und Estaminets aneinander. Studentisch und festfreudig, beherbergt die Stadt jährlich die Braderie de Lille, Europas größten Flohmarkt.
Die Opalküste und die Somme-Bucht
Die Küste bietet eindrucksvolle Landschaften. Die Caps Blanc-Nez und Gris-Nez erheben ihre Klippen England gegenüber, an einer windgepeitschten Opalküste. Weiter südlich beherbergt die Somme-Bucht, eine der schönsten Buchten der Welt, Robben, Vögel und Belle-Époque-Bäder wie Le Touquet oder Le Crotoy.

Kathedralen und Belfriede
Die Region besitzt ein außergewöhnliches gotisches Erbe. Die Kathedrale von Amiens, die größte Frankreichs, ist UNESCO-Stätte, ebenso die von Laon, auf ihrem Hügel thronend. Die Belfriede Flanderns und der Picardie — in Arras, Douai, Béthune oder Lille — sind ebenfalls Weltkulturerbe, Symbole der kommunalen Freiheiten.
Gedenken an den Großen Krieg
Die Hauts-de-France standen im Herzen des Ersten Weltkriegs. Das kanadische Denkmal von Vimy, die Nekropole Notre-Dame-de-Lorette mit ihrem Ring der Erinnerung oder die Schlachtfelder der Somme (1916) erinnern an das Ausmaß des Opfers. Diese andächtig begangenen Orte ergänzen jene der benachbarten Normandie: Wir behandeln dieses Gedenken auch in unserem Guide zur Normandie.
« Vom Belfried der Städte bis zu den Kreuzen der Nekropolen bewahren die Hauts-de-France das Gedächtnis der Menschen und der Freiheiten. »
Terroir und Traditionen
Die nordische Tafel ist großzügig und wohltuend. Der Maroilles, ein kräftiger Käse, die flämische Carbonade, Moules-frites, Welsh und Waffeln genießt man in den Estaminets, dazu ein Bière de garde. Weidenkorb-Riesen und Karnevale — wie der von Dünkirchen — prägen das Jahr, Zeugen einer lebendigen, fröhlichen Folklore.
Was tun und kosten
Zwischen Städten, Küsten und Gedenken reihen sich die Erlebnisse. Einige verwandte Ideen:
- Das Gedenken in der Normandie fortsetzen
- Durch die schönsten Dörfer Frankreichs schlendern
- Den Festgeist mit dem Elsass vergleichen
- Die Robben der Somme-Bucht bei Ebbe beobachten
Praktische Tipps für Ihre Reise
Lille ist 1 Stunde von Paris und Brüssel per TGV und 1 Std. 20 von London per Eurostar entfernt: ideal für ein Wochenende. Die Region lässt sich ganzjährig besuchen, doch Frühling und Sommer veredeln Küste und Somme-Bucht. Ein Auto ist nützlich für die Küste und die weiter verstreuten Gedenkstätten. Bringen Sie an der Küste eine Windjacke mit (dort herrscht der Wind), gutes Schuhwerk für die Bucht und behalten Sie Appetit für die Estaminets. Für die Braderie de Lille (erstes Septemberwochenende) buchen Sie sehr früh.
Kurz gesagt
Zwischen flämischen Städten, wilden Küsten und Gedenken bieten die Hauts-de-France eine warme, überraschende Reise. Setzen Sie fort mit unserem Regionenverzeichnis, entdecken Sie Städte zum Besuchen und planen Sie auf der interaktiven Karte.

